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Nachricht an Gerhard Bechtold

5.0 Die kommunalen Verhältnisse

5.1 Gemeindliche Einrichtungen

Die Frage der Müllbeseitigung wurde bis 1960 den Einzelnen überlassen. Das Papier wurde verbrannt, das unverbrennbare Gut aber irgendwo in der Umgebung abgelagert. Die Folge war natürlich eine Unzahl kleiner, dreckiger Schuttabladeplätze in den benachbarten Wäldern. Der 'Grüne Plan' nahm Anstoss an dieser Verschandelung der Landschaft und forderte eine hygienischere Form der Müllabfuhr. 1960-65 bestand eine zentrale, jedoch nicht nicht staubfreie Müllbeseitigung von der Gemeindeverwaltung aus. Heute (1969) ist diese Aufgabe einem auswärtigen Unternehmen übertragen, die sie endlich sauber und staubfrei ausführt. In Zukunft dürfte dies dem Landkreis zugeteilt werden, auch eine Kleinverbrennungsanlage wird vielleicht in Zukunft angeschafft werden.

In der Energieversorgung bleibt die Gemeinde weiterhin vom Überlandwerk Unterfranken abhängig. Ende der 50er-Jahre wurde die bestehende 20 kV-Leitung, die durch den Ort führt, erweitert.

Als weitere gemeindliche Einrichtungen sind der Friedhof, der im Verhältnis zum Bevölkerungswachstum vergrössert wurde, das neu errichtete Feuerwehrhaus, der Schulanbau, das Fassen der zweiten Quelle, die Errichtung einer zentralen Abwasserversorgung (siehe Ver- und Entsorgung 2.3.1 und 2.3.2), die Strassenbeleuchtung, die Ausbesserung und Erweiterung des Strassennetzes etc. zu nennen.

5.2 Das Finanzwesen

5.2.1 Kommunalpolitische Lage

Die Zusammenfassung Unter-, Mittel-, Obersailaufs, der Leider-, Weiler- und Weiberhöfe, die erst 1965 abgeschlossen wurde, bewirkte eine wirtschaftliche Nutzung des Gesamthaushaltes.

5.2.2 Die Finanzlage

In Sailauf wie im ganzen Landkreis besteht ein grosser Investitionsbedarf, der teilweise durch den besonders hohen Nachholbedarf, teilweise durch den Strukturwandel in Gesellschaft und Wirtschaft entstanden ist. Die Verschuldung stieg daher bis 1962/63 stark an. Seitdem blieb sie ungefähr konstant.

Tab.31: Die Verschuldung

 

1957:

1963:

1966:

1967:

absolut

91,5 TDM

582,6 TDM

638,8 TDM

620,9 TDM

pro Einwohner

46 DM

257 DM

274 DM

268 DM

Die Realsteuerkraft je Einwohner, 'die die Wirtschaftskraft einer Gemeinde noch am deutlichsten ausdrückt' (Quelle), ist ständig im Steigen:

Tab.32: Die Realsteuerkraft

 

1950:

1960:

1963:

1967:

in Sailauf

   

33,60 DM

41,90 DM

im Landkreis

15,40 DM

51,20 DM

71,80 DM

93,20 DM

Die Wirtschaftskraft Sailaufs ist also im Wachsen begriffen, jedoch liegt sie immer noch weit unter dem Landesschnitt (19).

Die Fürsorgezuwendungen, Realsteuerhebesätze der Grundsteuern A und B, die Schlüsselzuweisungen, die Kreisumlage und der Anteil der Rentierlichkeit unter den Schulden entsprechen der allgemein zu verzeichnenden Tendenz.

5.2.3 Der ordentliche Haushalt

Der ordentliche Haushalt stieg von 1948 (120.000 DM) bis 1969 (800.000 DM) um 570 % und entspricht damit der Entwicklung des Bundes (560 %). Die Einkommensquellen bestehen in Form der Realsteuern und Finanzausgleichsleistungen. Die Verteilung blieb prozentual konstant: Ca. 30 % für Verwaltung, 20 % für Aufwendungen für den ausserordentlichen Haushalt, 15 % für Löhne, 10 % für die Schule etc.

5.2.4 Der ausserordentliche Haushalt

Der ausserordentliche Haushalt wird zu je einem Drittel vom Bundeszuschuss, vom Darlehen und von der Eigenleistung getragen. Er dient dazu, grössere Bauvorhaben, die meist über mehrere Jahre gehen und nicht vom ordentlichen Haushalt unternommen werden können, zu finanzieren. So sind z.B. sämtliche gemeindlichen Einrichtungen, wie unter 5.1 aufgeführt, vom ausserordentlichen Haushalt finanziert worden.



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